Sicherheitsvorkehrungen bei der Waldarbeit

Beachtet man einige Grundregeln bei der Waldarbeit, senkt man das Unfallrisiko wesentlich.

  • Tragen Sie passende Schutzausrüstung
  • Arbeiten Sie nie alleine
  • Arbeiten Sie nie unter Zeitdruck
  • Halten Sie sich die Fluchtwege frei
  • Halten Sie einen Gefahrenbereich von 2 m rund um die Motorsäge frei
  • Halten Sie einen Sicherheitsbereich von mind. 1 1/2 Baumlängen rund um den zu fällenden Baum frei.
  • Ermitteln Sie vor Beginn der Arbeite mögliche Gefahrenpotentiale (Totholz, Stromleitungen, Verhängte Äste, …)
  • Halten Sie die Erste Hilfe griffbereit

Forstarbeit ist harte Arbeit, für die es Know-how braucht. Doch all das Wissen hilft wenig, wenn die PSA – die persönliche Schutzausrüstung – unvollständig ist. Auf was es bei der richtigen Ausrüstung für die Arbeit mit der Motorsäge ankommt, haben wir in einem Kurzvideo zusammengefasst

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Die persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Der Forstarbeiterschutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz schützt vor herabfallenden und peitschenden Ästen sowie vor Splittern und Sägespänen. Durch die Signalfarbe ist der Arbeiter besser sichtbar. Durch den Gehörschutz werden dauerhafte Schäden am Gehör durch die Lautstärke der Kettensäge vermieden. Die Nutzungsdauer gibt der Hersteller vor, beträgt allgemein, sofern keine anderen Angaben des Herstellers vorhanden sind, vier Jahre ab Erzeugungsdatum.
  • Durch die Arbeitsjacke in Signalfarbe ist der Arbeiter im Wald besser erkennbar. Sie schützt vor Verschmutzungen und leichten Verletzungen am Oberkörper und sollte daher auch im Sommer getragen werden. Eine gute Passform vermeidet ein Verfangen im Arbeitsgerät oder ein Hängenbleiben an Ästen.
  • Die Arbeitshandschuhe sollten enganliegend sein und die Passform sollte ein sicheres Handling garantieren. Sie schützen die Hände vor Verschmutzungen und leichten Verletzungen.
  • Die Schnittschutzhose ist ein effektiver Schutz vor Verletzungen mit der Kettensäge an den Beinen. Bei der Pflege ist auf die Hinweise des Herstellers zu achten, damit es nicht zu Beeinträchtigungen der Schutzfunktion kommt. Eine gut gepflegte Hose bleibt länger funktionsfähig. Kommt es zu Beschädigungen der Schnittschutzeinlage muss die Hose ersetzt werden. Beschädigungen des Obermaterials dürfen geflickt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Schnittschutzeinlage nicht mitgenäht wird. Die Schutzwirkung wird in Schnittschutzklassen angegeben. Schnittschutzklasse 1 ist Standard und besagt, dass die Einlage mit einer Kettengeschwindigkeit von 20m/s getestet wurde.
  • Waldarbeiterschuhe sollten einen hohen Schaft aufweisen, der mindestens über die Knöchel reicht. Neben einer stabilen Profilsohle und einer Zehenschutzkappe schützt auch hier eine Schnittschutzeinlage in der Lasche vor Verletzungen.
  • Das Erste Hilfe Paket sollte immer griffbereit sein und am Gürtel oder in der Arbeitsjacke mitgetragen werden. Es sollte mindestens enthalten:
    • sterile Wundauflagen
    • ein Dreiecktuch
    • eine Mullbinde
    • Vilny-Handschuhe
    • ein Beatmungstuch
  • Ein weiteres Erste Hilfe Päckchen sollte im Rucksack am Waldort bereitliegen und enthalten:
    • Wundauflagen, Mullbinden und Pflaster
    • eine Rettungsdecke
    • eine robuste Schere
    • eine Zeckenpinzette
Arbeiten sie nie alleine im Wald. Besonders Totholz, Käferbäume, Steilgelände und Felsabstürze bergen ein hohes Gefahrenpotential. Bei der gemeinsamen Waldarbeit achten Sie immer darauf, was der Andere tut, und behalten sie sich gegenseitig immer im Blickfeld. Im Fall des Unfalls kann der Kollege Erste Hilfe leisten und die Rettung rufen. Das Erste-Hilfe-Paket sollte daher immer in Griffweite und die Notrufnummern der Rettung im Kopf oder im Handy eingespeichert sein.

Rettung 144

Bergrettung 140

Euronotruf 112 (funktioniert ohne SIM-Karte)

Um auch die Sicherheit der anderen Waldbesucher zu gewährleisten, ist es Pflicht, den Ort der Waldarbeit an der Forststraße durch eine entsprechende Warntafel abzusichern.

Eine gute Aus- und Weiterbildung reduziert das Unfallrisiko wesentlich. In Österreich existieren sehr viele Kursangebote von den Forstlichen Ausbildungsstätten, den Landwirtschaftskammern oder den Waldverbänden.

Aus Sicherheitsgründen sollten Arbeiten im Starkholz (über 20 cm Durchmesser) und Schadholz den Profis überlassen werden. Die Aufarbeitung von Schadholz ist eine sehr heikle Angelegenheit und bedarf einer speziellen Ausbildung. Hier lauern viele Gefahren, daher darf man diese Arbeit getrost in die Hände von Spezialisten legen.