Wie gefährdet ist die Fichte?

Extreme Trockenheit kann zum Absterben von Feinwurzeln führen und mehrjährige Nachwirkungen auf das Wachstum und die Vitalität des Baumes haben. Die Verjüngung reagiert dabei wesentlich sensibler auf Trockenheit als ältere Bestände und kann daher als Frühwarnsystem angesehen werden.

Die steigenden Temperaturen werden vor allem im Mühl- und Waldviertel, Weinviertel, Marchfeld sowie im Burgenland und Grazer Becken das Risiko für den Fichtenanbau weiter erhöhen.

Ausschlaggebend für ein gutes Fichtenwachstum sind neben der Niederschlagsmenge und der Temperatur auch Bodenbeschaffenheit und Humus. In dicht geschlossenen Beständen verdunstet der Niederschlag oft schon auf den Nadeln und kommt nicht bis zum Boden. Außerdem verhindert die dicke Nadelschicht auf dem Waldboden die Einsickerung des Wassers.

Hier lernen Waldbewirtschafter*innen wie man dichte Fichtenbestände pflegt.
In diesem Bestand stehen die Bäume zu dicht. Regen und Licht kommen nicht bis auf den Boden. Dadurch leiden die Bäume an Trockenstress und es kann keine Verjüngung aufkommen. Kommt bei viel Regen die Feuchtigkeit durch die Nadeln durch, verhindert die dicke Streuschicht das Einsickern des Wassers in den Boden. Es wird an der Oberfläche abgeleitet und kann dazu beitragen, dass Flüsse schneller über die Ufer treten.

Was können wir tun?

Stehen Fichtenbestände in gefährdeten Regionen zur planmäßigen Verjüngung an oder zeigen sich bereits Tendenzen zur vorzeitigen Bestandesauflösung, so ist im Sinne der Risikostreuung die Begründung von Mischbeständen empfehlenswert. Sofern Naturverjüngung aufkommt, sollte diese mit trockenresistenteren Baumarten und passenderen Herkünften aufgebessert werden. In Regionen und auf Standorten mit hoher Windwurfgefahr sollte die bisherige Baumartenwahl ebenfalls kritisch betrachtet werden.

  • Fichtenbestände, die noch einen Großteil ihres Bestandeslebens vor sich haben, sollten nach einem Konzept bewirtschaftet werden, das frühe und intensive Durchforstungen vorsieht (Oberhöhe 12-15 m). Das entschärft Trockenstresssituationen, fördert das Durchmesserwachstum und führt zu vitalen und stabilen Bäumen.
  • Ab einer Oberhöhe von zirka 25 m sollten keine Eingriffe mehr gemacht werden, die zu einer Auflockerung des Kronendaches führen. Der Bestandesrand sollte bei Windwurfgefahr winddurchlässig sein, da zu dichte Bestandesränder Turbulenzen verursachen und zum Wurf des dahinterliegenden Bestandes führen können.
  • Dort, wo die Fichte auch in Zukunft gute Wuchsbedingungen vorfindet und wo auch künftig Aufforstungen durchgeführt werden sollen, ist auf ein geeignetes Pflanzverfahren zu achten, denn Sorgfalt beim Pflanzen führt ebenfalls zu höherer Stabilität.