Was sind die wichtigsten Pflichten von Waldbesitzern?

Was sind die wichtigsten Pflichten von Waldbesitzern?

  • Anzeigepflicht von Forstschädlingen
    Treten bestimmte Forstschädlinge auf, haben Sie die Pflicht, die Behörden darüber zu informieren.

  • Wiederbewaldungspflicht
    Sie haben die Pflicht, Kahlflächen und Räumden (Wald, dessen Bewuchs eine Überschirmung von weniger als 30% der vollen Fläche aufweist) rechtzeitig durch Naturverjüngung oder Pflanzung mit standortsgerechten Forstpflanzen wiederzubewalden.

  • Deckungsschutz
    Der Waldeigentümer darf keine Fällungen innerhalb von 40 Metern an seiner Grundstücksgrenze durchführen, wenn dadurch der Windschutz im Nachbarwald gefährdet wird (Abs. 2)

  • Schutzwald
    Sind Sie im Besitz eines Schutzwaldes, müssen Sie ihn so behandeln, dass er seine Funktion als Schutzwald weiter erfüllen kann. Dazu gehört etwa der Schutz vor Wildverbiss, die Sicherstellung von Verjüngung oder das Aufarbeiten von Schadflächen.

  • Vorbeugungsmaßnahmen gegen Waldbrand
    Besitzen Sie Wald entlang einer Eisenbahnlinie müssen Sie Arbeiten, die dem Schutz vor Waldbrand durch Funkenflug dienen, dulden. Diese Arbeiten werden vom Eisenbahnunternehmen in Absprache mit der Behörde durchgeführt. Falls Ihnen daraus Nachteile entstehen, haben Sie Anspruch auf Entschädigung.

  • Behebung von Schäden bei der Bringung
    Bei der Bringung sollen Waldboden und andere Bäume nicht geschädigt werden. Ist dies dennoch der Fall, sollten Sie oder der Bringungsunternehmer die Schäden schnellstmöglich beheben.

Gibt es Entschädigungen für Waldeigentümer?

Gibt es Entschädigungen für Waldeigentümer?

In manchen Fällen, wenn das Gesetz Sie zu gewissen Maßnahmen verpflichtet, stehen Ihnen Entschädigungen zu. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Ihr Wald in Bann gelegt wird oder Sie benachbarten Weidetieren im Wald Deckung geben müssen und Ihnen dadurch Schäden entstehen.

Gesetz Entschädigung ansehen

Darf jeder meinen Wald betreten?

Darf jeder meinen Wald betreten?

Laut § 33 Forstgesetz gilt in Österreich das Betretungsrecht im Wald. Das bedeutet, dass jeder im Wald zu Erholungszwecken spazieren gehen, wandern, laufen oder Schitouren gehen darf. Das Abfahren mit Schiern im Wald ist im Bereich von Aufstiegshilfen aber nur auf markierten Pisten oder Schirouten gestattet. Auch Pilze darf man sammeln, zwei Kilo pro Tag und Person.

Ausgenommen vom Betretungsrecht ist zum Beispiel Jungwald unter drei Metern Höhe. Wer Rad fahren oder campieren will, benötigt eine Erlaubnis der Waldeigentümerin oder des Waldeigentümers.

Gesetz Arten der Benützung ansehen

Darf ich meinen Wald für die Benützung durch fremde Personen sperren?

Darf ich meinen Wald für fremde Personen sperren?

Befristete Sperren dürfen zu bestimmten Zwecke wie zum Beispiel im Falle von Arbeiten im Wald (zB Holzernte oder Bau einer Forststraße) oder für wissenschaftliche Zwecke errichtet werden. Diese Sperren müssen Waldbesuchern mit einer Tafel ersichtlich gemacht werden.

Für befristete Sperren, die länger als vier Monate dauern größer als 5 Hektar Wald sollen, benötigen Sie eine Bewilligung der Behörde. Dauerhafte Sperren sind nur in Sonderfällen (z.B. Christbaumkultur oder Tiergarten) möglich.

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Ist der Waldbesitzer für den Zustand der Wege verantwortlich?

Ist der Waldbesitzer für den Zustand der Wege verantwortlich?

Die Haftung für den Zustand einer Forststraße oder eines sonstigen Weges im Wald ist in § 1319a ABGB niedergeschrieben. Diese Bestimmung sieht vor, dass der Halter des Weges für dessen ordnungsgemäßen Zustand verantwortlich ist. Anders gesagt – der Waldeigentümer und alle an der Waldbewirtschaftung mitwirkenden Personen müssen Gefahren durch den mangelhaften Zustand eines Weges vermeiden. Diese Bestimmung gilt für Forststraßen und für alle anderen Wege, die der Waldeigentümer durch eine entsprechende Kennzeichnung der Benützung durch die Allgemeinheit ausdrücklich gewidmet hat (z.B. Wanderwege).

Er kann somit in diesen Fällen zur Verantwortung gezogen werden, falls jemand durch den mangelhaften Zustand des Weges getötet oder verletzt bzw. eine Sache deswegen beschädigt wird. Der Geschädigte kann den Waldeigentümer bzw. den Wegeerhalter jedoch nicht belangen, wenn er sich trotz erkennbarem Verbot auf diesem Weg bzw. der Forststraße befunden hat (z.B. trotz Fahrverbot mit dem Fahrrad, obwohl die Forststraße eindeutig als solche gekennzeichnet war).

Gesetz Wegeerhalterhaftung ansehen

Wofür kann der Waldbesitzer noch haftbar gemacht werden?

Wofür haftet der Waldbesitzer allgemein?

Jeder, der sich im Wald abseits von Wegen aufhält, ist für sich selbst verantwortlich und muss auf dort drohende Gefahren achten. Waldbesitzer müssen abseits der Wege nicht dafür sorgen, dass sich niemand verletzt oder sonst Schaden entsteht.

Wird aber im Zusammenhang mit Waldarbeiten ein unbeteiligter Mensch getötet oder verletzt oder eine ihm gehörende Sache beschädigt, haftet der Waldbesitzer, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat. Entsteht der Schaden in einer gesperrten Fläche, wird nur für Vorsatz gehaftet.

Die Haftung für den Zustand der Forststraße beschreibt § 176 ForstG bzw. 1319a ABGB.

Gesetz Allgemeine Haftungsbestimmungen ansehen

Darf im Wald ein Feuer entfacht werden?

Darf im Wald ein Feuer entfacht werden?

Ausschließlich dazu berechtigte Personen dürfen im Wald ein Feuer anzünden. Auch das Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen, wie etwa Zigaretten, ist im Wald verboten.

Berechtigte Personen sind der Waldeigentümer selbst, seine Arbeiter und alle Personen, die eine schriftliche Erlaubnis vom Waldeigentümer besitzen. Behördlich bewilligte ständige Lagerplätze können von diesem Verbot ausgenommen werden. Das Abbrennen von Pflanzenresten ist unter größter Vorsicht und nur zulässig, wenn damit nicht der Wald gefährdet, die Bodengüte beeinträchtig oder Waldbrandgefahr herbeigeführt wird und wenn das Feuer vorher der Gemeinde gemeldet wurde.

Das Feuer muss beaufsichtig und vor seinem Verlassen sorgfältig gelöscht werden. In Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr verbietet die Behörde das Entfachen von Feuer sowie das Rauchen im Wald und in dessen Gefährdungsbereich generell.

Gesetz Feuerentzünden im Wald ansehen

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Darf ich mein Holz über das Nachbargrundstück abtransportieren?

Darf ich Holz über das Nachbargrundstück transportieren?

Ja. Wenn es Ihnen nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich ist, das Holz ohne Inanspruchnahme fremden Bodens aus Ihrem Wald abzutransportieren, sind Sie berechtigt andere Grundstücke dazu zu nutzen. Sie dürfen die Stämme unter diesen Voraussetzungen auch vorübergehend an einer geeigneten Stelle lagern. Sie sollten dabei natürlich nichts beschädigen. Es empfiehlt sich, mit Ihrem Nachbarn Rücksprache zu halten.

Gesetz Bringung über fremden Boden ansehen

Darf ich in meinem Wald entnehmen, was ich will?

Darf ich in meinem Wald entnehmen, was ich will?

Nein. Was entnommen werden darf ist genau geregelt. Dabei spricht der Gesetzgeber erst einmal von hiebsunreifen Beständen. Dazu zählen gleichaltrige Hochwaldbestände von nicht raschwüchsigen Baumarten unter 60 Jahren. Bei einem ungleichaltrigen Bestand gilt sein Durchschnittsalter und das Alter der Mehrzahl der Stämme. Sind diese jünger als 60 Jahre, ist der Bestand hiebsunreif.

In diesen Beständen dürfen keine Kahlhiebe und Entnahmen nicht über das pflegliche Ausmaß hinaus stattfinden. Das pflegliche Ausmaß sind Einzelstammentnahmen bei denen mehr als sechs Zehntel der vollen Überschirmung zurückbleiben. Bei Pflegeeingriffen kann mehr entnommen werden, wenn der Bestand jünger als 30 Jahre ist oder wenn zu erwarten ist, dass eine Überschirmung von mehr als sechs Zehnteln spätestens fünf Jahre nach dem Pflegeeingriff wieder erreicht ist.

Wenn eine Forststraße errichtet werden soll oder auf Waldboden mit Christbaumzucht angelegt wird, darf man ebenfalls mehr fällen. Eine weitere Ausnahme für dieses Verbot gilt für erforderliche Aufhiebe oder Vorbereitungsmaßnahmen für die Aufforstung.

Gesetz Schutz hiebsunreifer Bestände ansehen

Auf Antrag kann man Ausnahmen von diesem Verbot bewilligen lassen. Auch diese sind klar geregelt.

Was muss ich bei Kahlhieben beachten?

Was muss ich bei Kahlhieben beachten?

Kahlhiebe in hiebsunreifen Hochwaldbeständen und gleichzusetzende Einzelstammentnahmen sind verboten. Verboten sind weiters Großkahlhiebe im Hochwald. Dabei handelt es sich um Kahlhiebe ab 2 Hektar (ab einer Breite von 50 Metern) oder Kahlhiebe ab drei Hektar (unter einer Breite von 50 Metern). Es gibt auch hier auf Antrag Ausnahmen vom Verbot (§ 82 Abs 3) und die Landesgesetzgebung kann die Obergrenze der Hiebsunreife von Hochwaldbeständen für bestimmte Gebiete auch verändern (§ 95).

Gesetz Verbot von Kahlhieben ansehen

Plant man einen Kahlhieb oder eine Einzelstammentnahme mit den selben Ausmaßen außerhalb dieser Verbote, muss man diesen bei der Behörde bewilligen lassen.

  • Ab einer Größe von einem halben Hektar oder
  • wenn die Maßnahme an eine kahle Fläche (bzw. an eine Fläche mit nicht gesicherter Verjüngung) angrenzt und die danach entstehende gesamte unbestockte Fläche/Hiebsfläche zusammen mit der nicht gesichert verjüngten Fläche einen halben Hektar oder mehr betragen würde.

Gesetz bewilligungspflichtige Fällungen ansehen