Soll ich Äste und Nadeln bei der Nutzung im Wald belassen?

Soll ich Schlagrücklass im Wald belassen?

Um einer gefährlichen Vermehrung besonders des Kupferstechers vorzubeugen, sollte der Schlagrücklass möglichst rasch austrocknen können (kurze Abtrennung der Wipfel und Restholzstücke, Hackguterzeugung), ansonsten entfernt oder behandelt werden.

Viele Waldbewirtschafter und Waldbewirtschafterinnen befürchten, dass bei der Nutzung im Wald verbleibendes Astmaterial Schädlinge wie Borkenkäfer erst recht anlocken könnte. Auf der anderen Seite steht die Sorge, mit den Ästen, Zweigen und Laub bzw. Nadeln zu viele Nährstoffe aus dem Wald raus zu transportieren.

Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Es kommt auf viele Faktoren an, wie hoch das Befallsrisiko für einen Wald ist.

  • Auftreten von Käfer-Massenvermehrungen in der Umgebung
  • Durchmesser des Astmaterials
  • Vitalität des Waldes
  • Art der Schädlinge

Ist der Befallsdruck, zum Beispiel für Borkenkäferarten, hoch, kann man dickere Äste oder dünne Stämme, die man liegen lassen will, entrinden oder häckseln. Das Verbrennen von Pflanzenresten ist im Forstgesetz geregelt und „nur zulässig, wenn damit nicht der Wald gefährdet, die Bodengüte beeinträchtigt oder die Gefahr eines Waldbrandes herbeigeführt wird“. Will man das Astmaterial verbrennen, muss man vorher der Gemeinde Bescheid sagen.

Welche Sicherheitsvorkehrungen muss ich bei der Waldarbeit treffen?

Sicherheitsvorkehrungen bei der Waldarbeit

Beachtet man einige Grundregeln bei der Waldarbeit, senkt man das Unfallrisiko wesentlich.

  • Tragen Sie passende Schutzausrüstung
  • Arbeiten Sie nie alleine
  • Arbeiten Sie nie unter Zeitdruck
  • Halten Sie sich die Fluchtwege frei
  • Halten Sie einen Gefahrenbereich von 2 m rund um die Motorsäge frei
  • Halten Sie einen Sicherheitsbereich von mind. 1 1/2 Baumlängen rund um den zu fällenden Baum frei.
  • Ermitteln Sie vor Beginn der Arbeite mögliche Gefahrenpotentiale (Totholz, Stromleitungen, Verhängte Äste, …)
  • Halten Sie die Erste Hilfe griffbereit

Forstarbeit ist harte Arbeit, für die es Know-how braucht. Doch all das Wissen hilft wenig, wenn die PSA – die persönliche Schutzausrüstung – unvollständig ist. Auf was es bei der richtigen Ausrüstung für die Arbeit mit der Motorsäge ankommt, haben wir in einem Kurzvideo zusammengefasst

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Die persönliche Schutzausrüstung (PSA)

  • Der Forstarbeiterschutzhelm mit Gehör- und Gesichtsschutz schützt vor herabfallenden und peitschenden Ästen sowie vor Splittern und Sägespänen. Durch die Signalfarbe ist der Arbeiter besser sichtbar. Durch den Gehörschutz werden dauerhafte Schäden am Gehör durch die Lautstärke der Kettensäge vermieden. Die Nutzungsdauer gibt der Hersteller vor, beträgt allgemein, sofern keine anderen Angaben des Herstellers vorhanden sind, vier Jahre ab Erzeugungsdatum.
  • Durch die Arbeitsjacke in Signalfarbe ist der Arbeiter im Wald besser erkennbar. Sie schützt vor Verschmutzungen und leichten Verletzungen am Oberkörper und sollte daher auch im Sommer getragen werden. Eine gute Passform vermeidet ein Verfangen im Arbeitsgerät oder ein Hängenbleiben an Ästen.
  • Die Arbeitshandschuhe sollten enganliegend sein und die Passform sollte ein sicheres Handling garantieren. Sie schützen die Hände vor Verschmutzungen und leichten Verletzungen.
  • Die Schnittschutzhose ist ein effektiver Schutz vor Verletzungen mit der Kettensäge an den Beinen. Bei der Pflege ist auf die Hinweise des Herstellers zu achten, damit es nicht zu Beeinträchtigungen der Schutzfunktion kommt. Eine gut gepflegte Hose bleibt länger funktionsfähig. Kommt es zu Beschädigungen der Schnittschutzeinlage muss die Hose ersetzt werden. Beschädigungen des Obermaterials dürfen geflickt werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Schnittschutzeinlage nicht mitgenäht wird. Die Schutzwirkung wird in Schnittschutzklassen angegeben. Schnittschutzklasse 1 ist Standard und besagt, dass die Einlage mit einer Kettengeschwindigkeit von 20m/s getestet wurde.
  • Waldarbeiterschuhe sollten einen hohen Schaft aufweisen, der mindestens über die Knöchel reicht. Neben einer stabilen Profilsohle und einer Zehenschutzkappe schützt auch hier eine Schnittschutzeinlage in der Lasche vor Verletzungen.
  • Das Erste Hilfe Paket sollte immer griffbereit sein und am Gürtel oder in der Arbeitsjacke mitgetragen werden. Es sollte mindestens enthalten:
    • sterile Wundauflagen
    • ein Dreiecktuch
    • eine Mullbinde
    • Vilny-Handschuhe
    • ein Beatmungstuch
  • Ein weiteres Erste Hilfe Päckchen sollte im Rucksack am Waldort bereitliegen und enthalten:
    • Wundauflagen, Mullbinden und Pflaster
    • eine Rettungsdecke
    • eine robuste Schere
    • eine Zeckenpinzette
Arbeiten sie nie alleine im Wald. Besonders Totholz, Käferbäume, Steilgelände und Felsabstürze bergen ein hohes Gefahrenpotential. Bei der gemeinsamen Waldarbeit achten Sie immer darauf, was der Andere tut, und behalten sie sich gegenseitig immer im Blickfeld. Im Fall des Unfalls kann der Kollege Erste Hilfe leisten und die Rettung rufen. Das Erste-Hilfe-Paket sollte daher immer in Griffweite und die Notrufnummern der Rettung im Kopf oder im Handy eingespeichert sein.

Rettung 144

Bergrettung 140

Euronotruf 112 (funktioniert ohne SIM-Karte)

Um auch die Sicherheit der anderen Waldbesucher zu gewährleisten, ist es Pflicht, den Ort der Waldarbeit an der Forststraße durch eine entsprechende Warntafel abzusichern.

Eine gute Aus- und Weiterbildung reduziert das Unfallrisiko wesentlich. In Österreich existieren sehr viele Kursangebote von den Forstlichen Ausbildungsstätten, den Landwirtschaftskammern oder den Waldverbänden.

Aus Sicherheitsgründen sollten Arbeiten im Starkholz (über 20 cm Durchmesser) und Schadholz den Profis überlassen werden. Die Aufarbeitung von Schadholz ist eine sehr heikle Angelegenheit und bedarf einer speziellen Ausbildung. Hier lauern viele Gefahren, daher darf man diese Arbeit getrost in die Hände von Spezialisten legen.

Wie ermittle ich Durchmesser und Höhe eines Baumes?

Die 40-jährige Douglasie hat einen Durchmesser von 40 cm und ist 25 m hoch.

Wie ermittle ich Durchmesser und Höhe eines Baumes?

Der Durchmesser spielt für alle forstlichen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Am häufigsten wird mit der Holzmesskluppe der Durchmesser ermittelt. Der Durchmesser des stehenden Baumes wird in einer Höhe von 1,3 m hangoberseits gemessen. Man spricht vom Brusthöhendurchmesser (BHD). Wenn man keine Kluppe zur Hand hat, kann man den Durchmesser auch mit dem Maßband ermitteln. Dabei wird der Umfang in einer Höhe von 1,3 m (hangoberseits) gemessen. Für den Brusthöhendurchmesser wird der gemessene Umfang durch die Zahl π (=3,1416) dividiert.

Für die Höhenmessung wird ein handelsübliches Lineal (z. B. 30 cm) verwendet. Zuerst lehnen Sie ein Bezugsmaß in der Länge von 3 m (wie etwa ein Stab oder eine ausklappbare Messlatte) an den zu messenden Baum an, dann gehen sie zirka eine Baumlänge vom Baum weg und visieren ihn so an, dass 3 cm auf dem Lineal den 3 m auf dem Stab oder Messlatte entsprechen. Bei der Visur in den Wipfel ist es nun möglich auf der cm-Skala des Lineals die Baumhöhe in m abzulesen.

Messung der Baumhöhe

  • Die Messung erfolgt vom Wurzelanlauf bis zum oberen Ende des Wipfels.
  • Schiefstehende Bäume müssen für die Messung gedanklich geradegestellt werden.
  • Bei Laubbäumen ist darauf zu achten, dass die Höhe nicht überschätzt wird. Daher sollten Laubbäume im obersten Drittel der Krone anvisiert werden. Laubbäume sollten, wenn möglich, im Winter gemessen werden.
  • Für eine möglichst exakte Messung ist zu beachten, dass der Visurwinkel in den Baumwipfel nicht zu steil sein sollte.
  • Der Standpunkt sollte die 1-1½-fache Baumhöhe entfernt sein.
  • Der Baumwipfel und der Stammfuß sollten gut sichtbar sein.
  • Bei geneigtem Gelände sollte man immer oberhalb des Stammes stehen.
  • Die Entfernung zum Stamm sollte in der Horizontalen (waagrecht) gemessen werden.
  • Bei Unklarheiten sollte die Messung wiederholt werden.
Visurwinkel ist jener Winkel der Visur nach oben bei der Baumhöhenermittlung. Je steiler der Winkel, desto „schleifender“ der Schnittpunkt der Visurachse mit der Baumachse, das heißt, desto ungenauer die Messung.

Wer hilft mir bei der Ernte?

Wer hilft mir bei der Ernte?

Viele Waldbesitzer oder Waldbesitzerinnen haben keine Zeit oder kein Interesse, ihren Wald selbst zu bewirtschaften. Dennoch ist es ihnen wichtig, dass ihr Wald im Klimawandel stabil und gesund erhalten wird. Dafür gibt es Vereinigungen und Organisationen, die diese Aufgabe übernehmen.

  • Waldbesitzer können zum Beispiel einer Waldwirtschaftsgemeinschaft beitreten. Diese Zusammenschlüsse verstehen sich als Ansprechpartner für Waldbesitzer auf regionaler Ebene und werden vom Waldverband als Dachorganisation getragen. Der Waldverband Österreich ist eine Unterorganisation der Landwirtschaftskammer und in acht Landesorganisationen gegliedert.
  • Es gibt in Österreich eine Reihe forstlicher Dienstleister, die verschiedene Arbeiten im Wald, von der Bestandesbegründung bis zum Holzverkauf übernehmen können. Diese sind vom kleinen Ein-Mann-Betrieb bis zum österreichweiten Zusammenschluss (z.B.: Maschinenring) organisiert. Seit 2018 existiert ein Gütesiegel für zertifizierte Österreichische Forstunternehmen.

Wie verkaufe ich mein Holz?

Das Holz der Douglasie ist vergleichbar mit Lärchenholz.

Wie verkaufe ich mein Holz?

Eine Plattform der Landwirtschaftskammern hilft Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern dabei, ihr Holz zu verkaufen. Auf der Website www.holz-fair-kaufen.at finden Sie alle wichtigen Informationen rund um den Verkauf von Rundholz aus Ihrem Wald.

Mit welchen Kosten muss ich bei der Holzernte rechnen?

Mit welchen Kosten muss ich bei der Holzernte rechnen?

Stundensätze:

  • Harvester: 70 € – 125 €/Stunde
  • Forwarder: 49 € – 99 €/Stunde
  • Lohn/Stunde: 23 €/Stunde … 30 €/Betriebsstunde

Leistung:

  • 4 – 20 Efm.
  • abhängig von Maschine, Fahrer, BHD, Entnahme, Vorbereitung, Gelände, Rückedistanz

Kosten:

  • 15 – 25 €/Efm frei Forststraße