Welche Baumarten haben Zukunft?

Welche Baumarten haben Zukunft?

Österreich ist zu 47,9 Prozent mit Wald bedeckt. Der Ertragswald wiederum besteht aus ca. 50 Prozent aus der Baumart Fichte, der keine glänzende Zukunft im Klimawandel vorhergesagt wird. Doch so pauschal lässt sich diese Aussage nicht für ganz Österreich treffen. Wir empfehlen eine Baumartenmischung, die an Ihren Standort angepasst ist. So ist Ihr Wald stabiler gegen schadhafte Einflüsse wie Schädlinge oder extreme Wetterphänomene. Welche Baumarten in Ihren Wald passen, können Ihnen regionale Berater und Beraterinnen am besten sagen.

Haben Sie bei der Baumartenwahl aber nicht nur die derzeitige Lage auf dem Holzmarkt im Sinn, Bäume stehen bis zur Hiebsreife 60 bis 120 Jahre oder länger im Wald. Viel wichtiger als die erzielbaren Preise ist die Zukunftsfähigkeit der Baumart. Achten Sie auf die Standortstauglichkeit und die passende Herkunft aller Baumarten in Ihrem Wald.

Eine der am häufigsten gestellten Fragen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern ist, welche Baumarten in Österreich Zukunft haben. Die Verunsicherung ist groß und die Antwort ist keinesfalls hundertprozentig. Trotzdem lassen sich einige Baumarten nennen, bei denen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie mit den Klimaveränderungen gut zurechtkommen werden.

Buche

Die Konkurrenzkraft der Buche ist sehr groß. Ohne die Bewirtschaftung des Menschen würden weite Gebiete Österreichs mit Buchenwald oder Buchenmischwald bedeckt sein. Sehr schwere und sehr feuchte Standorte sowie sehr trockene Gebiete im Osten Österreichs sind zu meiden. Die Buche kann als Schattenbaumart unter dem Schirm der Fichte verjüngt werden und eignet sich daher in Österreich als Baumart für einen Waldumbau zum Mischwald.

Plus

  • Verbessert Boden und die Stabilität des Bestandes
  • Hervorragendes Brennholz mit hohem Heizwert

Minus

  • Als Nutzholzlieferantin der Eiche und Edellaubbaumarten unterlegen
  • Nicht für Trockenstandorte geeignet
Die Eiche findet hier einen sehr guten Standort.

Traubeneiche und Stieleiche

Die Trauben- und die Stieleiche werden mit den zukünftigen klimatischen Bedingungen als sehr trockentolerante und tiefwurzelnde Baumarten relativ gut zurechtkommen. Mit der richtigen waldbaulichen Pflege ist die Gewinnung von Wertholz auch schon nach 90 bis 120 Jahren möglich.

Plus

  • Kommen gut mit schweren Böden, Trockenheit und höheren Temperaturen zurecht
  • Tolerieren auch schlecht nährstoffversorgte Standorte

Minus

  • Werden von der schattentoleranten, konkurrenzstarken Rotbuche verdrängt

Birke

Die Birke verjüngt sich als Pionierbaumart rasch auf brachen Flächen und trägt zur Bodenverbesserung bei.

Plus

  • Ideal als Vorwald auf größeren Schadflächen
  • Hervorragendes Brennholz
  • Auch zur Wertholzproduktion geeignet
  • Leicht abbaubare Streu verhindert Bodenversauerung

Minus

  • Nicht für den Außenbau geeignet, da das Holz nicht witterungsbeständig ist

Douglasie

Die Douglasie wird seit etwa 135 Jahren in Österreich angebaut. Sie stammt aus Nordamerika. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Baumart vor der Eiszeit in Europa heimisch war.

Plus

  • Kommt sehr gut mit sommerlicher Trockenheit zurecht
  • Liefert auch ohne Astung gutes Bauholz
  • Ist am richtigen Standort sehr stabil und wüchsig
  • Widerstandsfähig gegen Sturm

 

Minus

  • Auf Kalkstandorten ohne Braunlehmüberdeckung leistungsschwach
  • Neigt bei hoher Luftfeuchtigkeit dazu, Nadeln zu verlieren (Schütte)
  • Gefahr durch Windwurf auf schweren Böden erhöht.

Weißtanne

Die Weißtanne ist die ideale Baumart für den Mischwald. Sie kann unter vorwachsenden Pionierbaumarten gepflanzt werden da sie auch mit wenig Licht auskommen kann.

Plus

  • Kommt mit Trockenheit und Sturm besser zurecht als die Fichte
  • Für nahezu alle Standorte ab 450 Meter Seehöhe geeignet
  • Übertrifft die Fichte in der Wuchsleistung um bis zu 20%
  • Weniger anfällig gegenüber Fäulniskrankheiten
  • Gut für den Voranbau geeignet

 

Minus

  • Sehr anfällig für Wildverbiss
  • Reagiert empfindlich auf Schadstoffbelastungen
  • Bedingt geeignet für die Aufforstung von Kahlflächen

Lärche

Innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes ist die Lärche eine wichtige Mischbaumart zur Anreicherung und Stabilisierung fichtenreicher Bestände. Als Pionierbaumart trägt sie wesentlich zur Wiederbestockung von Katastrophenflächen bei und ist eine wichtige Schutzwaldbaumart an der Waldgrenze. Bei zunehmender Erwärmung und Reduktion der Niederschläge kann sie in den Tieflagen nur als Mischbaumart empfohlen werden.

Plus

  • Für die meisten Standorte in Österreich geeignet
  • Hohe Sturmfestigkeit
  • Erzielt gute Holzpreise.

 

Minus

  • Nicht geeignet auf sonnseitigen, flachgründigen Standorten oder auf sehr schweren und feuchten Standorten
  • Bleibt im Zuwachs hinter der Fichte zurück

Edellaubbaumarten

Die Bedeutung der Edellaubbaumarten (Vogelkirsche, Ahornarten, Esche, Ulmenarten, Elsbeere, Speierling, Linden, Walnuss, Edelkastanie, Wildobstarten) wird zunehmen, weil sie mit höheren Temperaturen besser umgehen können. Sie eignen sich als Mischbaumarten in einem Bestand aus anderen Baumarten wie Eiche oder Buche und/oder Nadelbäume.

Plus

  • Bei richtiger Pflege – Wertastung – tragen sie auch zur Wertholzproduktion bei
  • Sehr verjüngungsfreudig

Minus

  • Geringe Konkurrenzkraft
  • Hohe Standortsansprüche
Die Bäume wurden 1966 als 3-jährige Sämlinge gepflanzt.

Weißkiefer

Die Weißkiefer, oder Waldkiefer, wächst auch an trockenen Standorten und wird dort in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Plus

  • Geeignet für trockene Standorte
  • Kommt gut mit kargen Böden zurecht

Minus

  • Ertrag geringer als bei Fichte oder Tanne
  • Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten

Roteiche

Die Roteiche stammt aus Nordamerika und wird seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Mitteleuropa angebaut. Die Baumart gilt als sehr konkurrenzstark und sollte nicht bedenkenlos großflächig kultiviert werden.

Plus

  • Rasches Wachstum
  • Starkes Holz schon mit 70 Jahren
  • Geringe Bodenansprüche
  • Kommt gut mit Trockenheit zurecht

Minus

  • Holz ist anfälliger gegenüber Pilzen, daher als Bauholz weniger gut geeignet
  • Holz erreicht nur die Hälfte des Wertes von heimischen Eichen
  • Nicht geeignet für kalkhaltige Böden.

Schwarzkiefer

Obwohl die Schwarzkiefer kalkhaltige Böden noch besser verträgt als die Weißkiefer, besiedelt sie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet verschiedene Bodensubstrate. Von großflächigem Anbau sollte trotzdem abgesehen werden, da die Problematik der Herkunft, die „optimale“ waldbauliche Behandlung und ihre Möglichkeiten als Mischbaumart noch nicht endgültig abgeklärt sind.

Plus

  • Sehr geringe Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserversorgung
  • Sehr frostverträglich

 

Minus

  • Hohe Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und Schadinsekten

Wo wird es zu trocken für den Wald?

Wo wird es zu trocken für den Wald?

Die Klimaerwärmung führt in Teilen Österreichs zu verbesserten Wachstumsbedingungen im Wald. Standorte, die jetzt schon zu Trockenheit neigen, können jedoch schnell zu Problemstandorten werden.

Mit Schäden ist vor allem zu rechnen, wenn Bäume unzureichend wasserversorgt sind und die Kühlung durch Verdunstung wegen zu hohen Temperaturen nicht möglich ist. Der Schätzung des Wasserangebots im Jahresverlauf kommt daher große Bedeutung zu. In einer deutlich wärmeren Welt ist auf einem erheblichen Teil des Waldes in Ostösterreich mit Problemen durch Trockenheit zu rechnen.

Die bereits bekannten Problemregionen im Osten Österreichs werden deutlich größer, dazu kommen punktuell Standorte im Klagenfurter Becken, Mühlviertel, in den östlichen Randalpen, im Grazer Becken sowie in den Innenalpen.

Bergwälder könnten zu den Gewinnern des Klimawandels zählen. Im Gebirge wird es eigentlich früher im Jahr kälter und somit das Baumwachstum eingestellt. Durch die wärmeren Temperaturen, die der Klimawandel laut Prognosen mit sich bringen wird, verlängert sich also die Wachstumsperiode für Gebirgswälder, vorausgesetzt, es stehen genügend Nährstoffe und ausreichend Wasser zur Verfügung.

Wie gefährdet ist die Fichte?

Wie gefährdet ist die Fichte?

Extreme Trockenheit kann zum Absterben von Feinwurzeln führen und mehrjährige Nachwirkungen auf das Wachstum und die Vitalität des Baumes haben. Die Verjüngung reagiert dabei wesentlich sensibler auf Trockenheit als ältere Bestände und kann daher als Frühwarnsystem angesehen werden.

Die steigenden Temperaturen werden vor allem im Mühl- und Waldviertel, Weinviertel, Marchfeld sowie im Burgenland und Grazer Becken das Risiko für den Fichtenanbau weiter erhöhen.

Ausschlaggebend für ein gutes Fichtenwachstum sind neben der Niederschlagsmenge und der Temperatur auch Bodenbeschaffenheit und Humus. In dicht geschlossenen Beständen verdunstet der Niederschlag oft schon auf den Nadeln und kommt nicht bis zum Boden. Außerdem verhindert die dicke Nadelschicht auf dem Waldboden die Einsickerung des Wassers.

Hier lernen Waldbewirtschafter*innen wie man dichte Fichtenbestände pflegt.
In diesem Bestand stehen die Bäume zu dicht. Regen und Licht kommen nicht bis auf den Boden. Dadurch leiden die Bäume an Trockenstress und es kann keine Verjüngung aufkommen. Kommt bei viel Regen die Feuchtigkeit durch die Nadeln durch, verhindert die dicke Streuschicht das Einsickern des Wassers in den Boden. Es wird an der Oberfläche abgeleitet und kann dazu beitragen, dass Flüsse schneller über die Ufer treten.

Was können wir tun?

Stehen Fichtenbestände in gefährdeten Regionen zur planmäßigen Verjüngung an oder zeigen sich bereits Tendenzen zur vorzeitigen Bestandesauflösung, so ist im Sinne der Risikostreuung die Begründung von Mischbeständen empfehlenswert. Sofern Naturverjüngung aufkommt, sollte diese mit trockenresistenteren Baumarten und passenderen Herkünften aufgebessert werden. In Regionen und auf Standorten mit hoher Windwurfgefahr sollte die bisherige Baumartenwahl ebenfalls kritisch betrachtet werden.

  • Fichtenbestände, die noch einen Großteil ihres Bestandeslebens vor sich haben, sollten nach einem Konzept bewirtschaftet werden, das frühe und intensive Durchforstungen vorsieht (Oberhöhe 12-15 m). Das entschärft Trockenstresssituationen, fördert das Durchmesserwachstum und führt zu vitalen und stabilen Bäumen.
  • Ab einer Oberhöhe von zirka 25 m sollten keine Eingriffe mehr gemacht werden, die zu einer Auflockerung des Kronendaches führen. Der Bestandesrand sollte bei Windwurfgefahr winddurchlässig sein, da zu dichte Bestandesränder Turbulenzen verursachen und zum Wurf des dahinterliegenden Bestandes führen können.
  • Dort, wo die Fichte auch in Zukunft gute Wuchsbedingungen vorfindet und wo auch künftig Aufforstungen durchgeführt werden sollen, ist auf ein geeignetes Pflanzverfahren zu achten, denn Sorgfalt beim Pflanzen führt ebenfalls zu höherer Stabilität.

Warum ist Waldbewirtschaftung gut für das Klima?

Warum ist Waldbewirtschaftung gut für das Klima?

Die Voraussetzung für den positiven Effekt der Waldbewirtschaftung ist eine standortangepasste und nachhaltige Herangehensweise. Es gibt drei gute Gründe für die Bewirtschaftung eines Waldes:

  1. Zielgerichtete Entwicklung der Baumartenzusammensetzung
  2. Langfristige Bindung von Kohlenstoff
  3. Ersatz von fossilen Rohstoffen

Zielgerichtete Entwicklung

Mit der Waldpflege soll die natürliche Waldentwicklung zielgerichtet gelenkt werden. Durch Behandlungsmaßnahmen, die zum richtigen Zeitpunkt, im richtigen Ausmaß und am richtigen Ort durchgeführt werden, kann der Wald in der Anpassung an die klimatischen Entwicklungen unterstützt werden.

Langfristige Bindung von Kohlenstoff

Bäume entnehmen bei der Photosynthese das Treibhausgas CO2 aus der Atmosphäre. Das Kohlenstoff-Atom (C) wird dabei in Form von Traubenzucker (C6H12O6) in der Biomasse und im Boden eingelagert. Die beiden Sauerstoff-Atome (O2) werden wieder in die Atmosphäre freigesetzt. Der Kohlenstoff bleibt im Holz und den Produkten, die daraus entstehen, langfristig gebunden. Holz wird so zum dauerhaften Kohlenstoffspeicher. Es gelangt erst wieder in die Atmosphäre, wenn das Holz sich zersetzt oder verbrannt wird.

Ungenutzte Wälder sind CO2-neutral. Während junge Bäume wachsen und CO2 binden, verrotten tote Bäume und setzen wieder Kohlenstoff frei. In bewirtschafteten Wäldern werden Bäume geerntet, bevor sie sich zersetzen, um daraus zum Beispiel langlebige Holzprodukte herzustellen. Dadurch wird auch wieder Platz für neue Bäume frei, die wiederum Photosynthese betreiben und so Kohlenstoff binden.

Ersatz von fossilen Rohstoffen (Substitutionseffekt)

Werden Materialien wie Beton, Stahl oder Öl durch Holz ersetzt, gelangt kein zusätzliches CO2 aus fossiler Quelle in die Atmosphäre. Dieser sogenannte Substitutionseffekt wurde 2013 anhand des Vergleiches zweier Buchenbestände veranschaulicht. Dabei wurde in den 180-jährigen Beständen der Gesamt-Klimaeffekt modelliert. Das bedeutet, es wurde ausgerechnet, wie viel Tonnen Kohlenstoff pro Hektar diese beiden Bestände in diesen 180 Jahren einsparen.

Stellt man den Gesamt-Klimaeffekt des bewirtschafteten Bestandes jenem des unbewirtschafteten Bestandes gegenüber und nimmt man auch den Totholzanteil hinzu, lässt sich deutlich ablesen, dass der unbewirtschaftete eine bessere Bilanz aufweist:

Quelle: Klein et al. 2013

Nun wird auch jener Kohlenstoff dazugezählt, der noch in den langlebigen Holzprodukten gebunden ist, die aus den Nutzungen entstanden sind. Weiters zählt auch jener Kohlenstoff dazu, der vermieden werden konnte, weil fossile Rohstoffe durch Holz ersetzt werden konnten (Substitution). Somit ergibt sich ein völlig anderes Bild und es lässt sich deutlich erkennen, wie eine standorttaugliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung zu einer Reduktion der Treibhausgasbilanz beitragen kann.

Quelle: Klein et al. 2013

Ungenutzte Wälder sind dennoch sehr wertvoll

Wälder, die nicht genutzt werden, sind trotzdem sehr wichtig. So kann in Nationalparks und Naturwaldreservaten die natürliche Entwicklung des Waldes beobachtet werden, wenn forstliche Nutzung und menschliche Einflussnahme ausbleiben. Diese Flächen dienen der Forschung als wertvolle Referenzflächen, um die Vorgänge in dem komplexen Ökosystem Wald zu verstehen und daraus wichtige Maßnahmen zur Anpassung an die Klimaerwärmung ableiten zu können.

Wie hilft die Holzwirtschaft dem Klima?

Das Sägewerk Seidl in Hollenthon hat sich auf die Douglasie spezialisiert

Wie hilft die Holzwirtschaft dem Klima?

Die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die Verwendung von Holz spielen eine dreifache Rolle um die Folgen der Erderwärmung abzumildern.

Je gesünder ein Wald ist, desto besser kann er der Atmosphäre CO2 entziehen und Kohlenstoff einlagern. Nachhaltige Waldbewirtschaftung sorgt dafür, dass nie mehr Holz geerntet wird, als nachwächst. Bäume, die mit dem Standort und den Wuchsbedingungen gut zurechtkommen und daher gesund und stabil wachsen können, machen den Wald klimafit.

Etwa 145.000 Privatpersonen oder Betriebe besitzen Wald. Gemeinsam gehört ihnen eine Waldfläche von knapp 3,3 Mio. Ha, das sind 82% der gesamten Waldfläche in Österreich. Für Manche zählt die Bewirtschaftung des Waldes zu ihrem Einkommen, Einige ernten nur das Holz für den eigenen Ofen und Andere wiederum lassen ihre Flächen ungenutzt. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie tragen Verantwortung für die Klimafitness ihres Waldes.

Wie verändert die Klimaerwärmung den Wald?

Wie verändert die Klimaerwärmung den Wald?

In Österreich wachsen rund 3,4 Milliarden Bäume von 65 verschiedenen Baumarten, die im Forstgesetz als Waldbäume gelten (also keine Ziergewächse aus Gärten). Die mit Abstand am häufigsten vorkommende Baumart ist die Fichte. Sie gilt als Brotbaum der Forstwirtschaft, weil sie keine großen Ansprüche an den Standort stellt, schnell wächst und ihr Holz vielseitig zu verwenden ist. Da sie flach wurzelt, braucht sie aber eine gute Wasserversorgung. Weil durch die Klimaerwärmung viele Standorte trockener werden, verliert die Fichte zunehmen an Lebensraum.

Was aber nicht bedeutet, dass der Wald verloren ist. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können Baumarten setzen, die mit den prognostizierten Bedingungen besser zurechtkommen. Dazu gehören auch Baumarten, die heute noch nicht in Österreich vorkommen. Die Veränderung des Klimas bringt eine Änderung der Baumartenzusammensetzung mit sich, die auf natürlichem Weg mehrere Jahrzehnte dauern würde. Die Forstwirtschaft kann dem Wald bei diesem Prozess unterstützen und die Anpassung an die Klimaerwärmung durch waldbauliche Maßnahmen beschleunigen.

Europaweit wird Laubholz an Bedeutung gewinnen.

Wie viel CO2 speichert Österreichs Wald?

Wie viel CO2 speichert Österreichs Wald?

Der Wald speichert kein CO2. Er bindet lediglich den im CO2 enthaltenen Kohlenstoff im Holz der Bäume und im Waldboden.

Österreichs Wald bindet mit seinen vier Millionen Hektar etwa 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff im Holz der Bäume und im Waldboden. Das entspricht der 40-fachen Menge der jährlichen Treibhausgasemissionen Österreichs und entspricht 3,6 Milliarden Tonnen CO2, die sich dadurch nicht in unserer Atmosphäre befinden. Je gesünder ein Baum, desto besser kann er diese Funktion erfüllen.

Eine klimafitte Waldbewirtschaftung ist ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden Wald.

Wie wirkt die Klimaerwärmung auf Schädlinge?

Wie wirkt die Klimaerwärmung auf Schädlinge?

Insekten sind wechselwarme Tiere und somit von der Umgebungstemperatur abhängig. Unser wichtigster Borkenkäfer, der Buchdrucker, ist an harte Winter angepasst und überlebt im Käferstadium eine Absenkung seiner Körpertemperatur auf unter -20 ° Celsius.

Höhere Temperaturen in der Vegetationszeit beschleunigen die Entwicklung dieses Borkenkäfers. Dauert es bei 20 ° Celsius Dauertemperatur 48 Tage von der Eiablage bis zum Schlupf der fertig entwickelten Käfer, vermindert sich die Entwicklungsdauer bei 25 ° Celsius auf 33 Tage. Durch die raschere Entwicklung ist es dem Buchdrucker möglich, mehrere Generationen pro Jahr auszubilden. Dies führt zu einem enormen Populationswachstum. Gibt es in solchen Jahren auch ein erhöhtes Angebot an Brutmaterial, etwa nach Windwürfen, kommt es sehr leicht zu Massenvermehrungen.

Bei Trockenheit verringert sich zudem die Abwehrfähigkeit der Bäume, wovon vor allem sekundäre Rindenbrüter, wie Borkenkäfer oder Prachtkäfer, profitieren.

Einschleppung und Transport

Die Effekte des sich ändernden Klimas werden überlagert von Auswirkungen des globalen Handels mit Holzprodukten und Pflanzen. Über Holz- und Pflanzenimporte gelangten beispielsweise der Citrusbockkäfer, der Asiatische Laubholzbockkäfer, die Esskastanien-Gallwespe, aber auch Pilz- und Bakterienkrankheiten aus Asien und Amerika nach Europa. Der Handel von Pflanzgut innerhalb Europas trug dazu bei, dass sich diese binnen weniger Jahre am ganzen Kontinent etablieren konnten. Auf welche Weise Schadorganismen auch ins Land kommen, durch Trockenstress anfälligere Bäume und durch abiotische Ereignisse gestörte Waldökosysteme können invasiven Organismen gute Bedingungen für die Etablierung bieten.

Der Asiatische Laubholzbock ist eine invasive Art und gefährdet das Ökosystem in den heimischen Wäldern.

Was können wir tun?

Die Forstleute und alle am Wald Interessierte können durch Beobachten von Veränderungen zum Waldschutz beitragen. Neue Befallsmuster oder neu auftretende Schädlinge sollen dokumentiert und den Forstbehörden bzw. dem Bundesforschungszentrum für Wald gemeldet werden. Es könnte sich um neu eingeschleppte Schadorganismen handeln oder um eine von geänderten klimatischen Bedingungen bewirkte neuartige Schädigung durch heimische Insekten oder Krankheiten.

Und es darf nicht auf die altbekannten, heimischen Schädlinge vergessen werden. In nadelholzreichen Beständen wird die Bedeutung der Borkenkäfer aufgrund der oben dargestellten Effekte zunehmen. Der Waldschutz begrüßt alle waldbaulichen Eingriffe, die die Diversität im Wald erhöhen und so schwierigere Bedingungen für spezialisierte Schadorganismen schaffen. Zudem können solche Maßnahmen natürliche Gegenspieler von Schädlingen fördern und dienen nicht zuletzt als Versicherung für die Aufrechterhaltung der wichtigen Waldfunktionen des Gesamtbestandes, sollte eine Baumart ausfallen oder besonders geschädigt werden.

Passen meine Bäume jetzt und in Zukunft an ihre Standorte?

Passen meine Bäume jetzt und in Zukunft an ihre Standorte?

Bäume haben unterschiedliche Ansprüche an ihre Standorte. Durch die Klimaerwärmung verändern sich diese im Laufe eines Baumlebens jedoch so schnell, dass die Bäume sich nicht an die neuen Bedingungen anpassen können. Deshalb muss schon bei der Baumartenwahl auf diesen Aspekt und die prognostizierten zukünftigen Bedingungen Rücksicht genommen werden.

Passt der Baum während der gesamten Lebenszeit gut zu seinem Standort, wächst er gesund und ist widerstandsfähiger gegen Schäden. Achten Sie daher beim Kauf ihrer Jungpflanzen auf die Herkunft und die Qualität. Welche Herkunft für Ihren Standort passt, können Sie unter „Mein Wald in der Zukunft“ oder unter www.herkunftsberatung.at ermitteln.